10 Tipps: So schützen Sie Ihr Kind vor Gewalt

Die Kids-WingTsun Verhaltensregeln für Kinder und Eltern erhöhen die Sicherheit

16. September 2009
Kinder sind erwachsenen Angreifern körperlich immer unterlegen. Deshalb werden in den 500 Kids-WingTsun-Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Verhaltensregeln unterrichtet, die die Sicherheit der Kinder erhöhen.

10 Kids-WingTsun-Tipps für den sicheren Schulweg:

1. Gemeinsam den Schulweg abgehen
Der kürzeste Weg muss nicht der sicherste sein. Kinder sollten Wege mit vielen Passanten nutzen,
die sie im Notfall ansprechen können. Gehen Sie den Weg mit Ihrem Kind gemeinsam ab, zeigen Sie ihm
Orte, beispielsweise Geschäfte, wo Ihr Kind im Notfall immer jemanden ansprechen kann. Ihrem Kind muss klar sein: Ich darf diesen Weg nie verlassen und muss zügig nach Hause gehen.

2. Gruppen bilden
Sprechen Sie sich mit anderen Eltern ab, damit kein Kind den Schulweg alleine gehen muss.
Wichtig: Alle Eltern müssen dies mit ihren Kindern besprechen und ihnen klar machen, dass die Gruppe
nie jemanden zurück lässt.

3. Distanz zu Fremden halten
Üben Sie mit Ihrem Kind Rollenspiele, idealerweise mit einem anderen Erwachsenen, der Ihr Kind beispielsweise in ein Gespräch verwickeln möchte oder versucht, es ins Auto zu locken.
Fragt ein Erwachsener nach dem Weg, muss Ihr Kind weitergehen und darf nur eine Antwort geben: "Ich bin ein Kind, fragen Sie einen Erwachsenen!"

4. Geheimnisse verbieten
Kinder lieben Geheimnisse. Genau das versuchen Täter auszunutzen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es keine Geheimnisse gibt, die Mama und Papa nicht wissen dürfen, egal was ein anderer Erwachsener sagt. 

5. Namen auf Schulranzen vermeiden
Schreiben Sie den Namen und die Adresse Ihres Kindes niemals von außen auf den Schulranzen, sondern bringen Sie innen ein Schild an.

6. Codewort vereinbaren
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind ein Codewort, für den Fall, dass Sie es nicht wie besprochen von einem Treffpunkt abholen können. Egal ob Arbeitskollege oder Nachbar - nur wenn die Person das richtige Codewort nennt, steigt Ihr Kind zu ihr ins Auto.

7. Schreien üben
Sagen Sie Ihrem Kind nicht nur, dass es im Notfall um Hilfe schreien soll, üben Sie es auch gemeinsam.

8. Passanten einbinden
Üben Sie mit Ihrem Kind und einigen Bekannten, wie man gezielt Passanten um Hilfe bittet. Ihr Kind muss lernen, Einzelpersonen gezielt anzusprechen: "Sie dort in der roten Jacke, bitte helfen Sie mir. Dieser Mann verfolgt mich, ich habe Angst ..."

9. Rechte und Regeln erklären
Erklären Sie Ihrem Kind, was andere Erwachsene dürfen und was nicht. Besonders bei bekannten Personen, wie beispielsweise Nachbarn, sind viele Kinder zu vertrauensvoll. Stellen Sie klare Regeln für Ihr Kind auf, von denen es keine Ausnahmen gibt und üben Sie jede Regel als Rollenspiel.

10. Holen Sie sich Unterstützung
Eltern müssen Regeln für Ihre Kinder aufstellen. Diese persönlich mit den Kleinen zu üben ist oft schwer,
denn Mama und Papa sind eben keine Fremden. Bitten Sie daher einen Bekannten, den Ihr Kind nicht kennt, bei einem Rollenspiel mitzuwirken oder wenden Sie sich an einen Kids-WingTsun-Fachtrainer. Goldene Regel bei allen Rollenspielen: Die Kinder müssen immer wissen, dass es sich um ein Spiel handelt und dürfen dabei nie Angst bekommen. 

 

Angstfrei durch Rollenspiele

Neues Selbstverteidigungsprogramm gibt Kindern Sicherheit

Kinder haben mittlerweile fast täglich mit Gewalt zu tun: Von Hänseleien im Klassenzimmer über Prügeleien auf dem Schulhof, Abziehdelikten auf dem Heimweg bis hin zu sexuellen Übergriffen – die Palette an Gewalttaten ist groß. Genau aus diesem Grund hat die Europäische WingTsun Organisation (EWTO) das so genannte Kids-WingTsun entwickelt – ein Bewegungsangebot für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren mit Schwerpunkt Selbstbehauptung.

Kathrin ist in der vierten Klasse. Als sie eines Morgens in der Pause die Mädchentoilette aufsucht, wartet da bereits ihr Klassenkamerad Torben und versperrt ihr den Weg zum Klo. Sie ist unsicher, weiß nicht wie sie sich gegen den wesentlich stärkeren Torben durchsetzen soll und macht in ihrer Not in die Hose. Sie schämt sich vor den anderen Kindern, hat Angst, dass das noch mal passiert und traut sich kaum noch in die Schule ...

Diese oder ähnliche Geschichten hören Kids-WingTsun-Lehrer ziemlich oft in ihren Kursen. Doch während Lehrer und Eltern mit dieser Situation häufig überfordert sind, gehen die WingTsun-Trainer konkret auf die einzelnen Vorfälle ein und erarbeiten gemeinsam mit den Kindern verschiedene Lösungswege, die sie anschließend in der Gruppe praktisch durchspielen. Dadurch bekommen die Kids hilfreiche Lösungsvorschläge an die Hand, die sie bei der nächsten brenzligen Situation effizient umsetzen können.
Der zweite Teil des Trainings kombiniert die Elemente der Kampfkunst WingTsun mit Gruppenspielen. Das Ziel: die Motorik und das Körpergefühl der Kinder zu verbessern und ihnen Spaß an der Bewegung zu vermitteln, wodurch sie ihr Selbstbewusstsein steigern. Auch Fairness und gutes Benehmen spielen in jedem Unterricht eine entscheidende Rolle.

Mit ihrem neuen Kids-WingTsun-Programm will die EWTO dazu beitragen, dass aus den Kindern von heute aufrechte und selbstbewusste Menschen von morgen werden, die in der Lage sind, ihre und die Interessen anderer adäquat durchzusetzen. Entwickelt wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit Pädagogen, Medizinern, Psychologen, Kinesiologen, Ergotherapeuten und Polizisten. Es umfasst die verschiedensten Inhalte: Von Selbstverteidigungs-Anwendungen über Tastübungen, Ringkampfspielen bis hin zu theoretischen, aufklärenden Themen, wie z.B. „Wie entsteht ein Streit“ oder „Was passiert, wenn man Alkohol trinkt.“
Darüber hinaus gibt es „Themenmonate“ in denen Begriffe wie Respekt, Disziplin, Toleranz oder Fleiß erklärt und gemeinsam diskutiert werden. Ziel ist es, die besprochenen Themen in den Alltag der Kinder zu integrieren. Um das zu fördern, bekommen die Kids eine Art Belohnungs-Button, z.B. für den fleißigsten Schüler des Kurses. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Comic-Figuren Si-Je und Si-Hing, die die Lerninhalte auf bunten Plakaten kindgerecht veranschaulichen.

Da Kids-WingTsun über das klassische Sporttraining hinausgeht, müssen alle WingTsun-Neulinge bis zu drei Probestunden absolvieren. Nur so hat der Trainer die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit und den Charakter des Kindes richtig einzuschätzen. Ein motorischer Test soll außerdem Aufschluss über die körperliche Fitness geben und schwerwiegendere Probleme von Anfang an ausschließen.

Der Test wurde gemeinsam mit Physiotherapeuten entwickelt und umfasst Übungen wie Rückwärtslaufen, auf einem Bein stehen oder sich mit geschlossenen Augen an die Nase fassen. Erst nach diesem Test und einem ausführlichen Beratungsgespräch mit den Eltern folgt die offizielle Anmeldung.

 

Mehr Sport, weniger Playstation

Deutschlands Kinder werden immer dicker

Wie die WHO berichtet, stellt Adipositas (Fettleibigkeit) eine der größten Herausforderung für die öffentliche Gesundheit im 21. Jahrhundert dar. Besonders unter Kindern breitet sich die Epidemie mit alarmierender Geschwindigkeit aus. In Deutschland ist bereits jedes fünfte Kind übergewichtig – Tendenz steigend.

Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen für Übergewicht.
In Europa ist gut ein Drittel der Kinder adipös, was hohe Gesundheitsrisiken zur Folge hat: Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Typ-2-Diabetes, Osteoporose, um nur einige zu nennen. Dabei nehmen nicht nur die einzelnen Körperteile auf Dauer schaden, auch die Seele leidet. In der Schule werden übergewichtige Kinder als Walross, Fettkloß oder dicke Kuh beschimpft. Sie sind frustriert, trauen sich nicht mehr vor die Tür und trösten sich mit Chips oder Süßigkeiten. Teilweise haben die Kinder über 50 Kilo zu viel auf den Rippen. Damit nimmt die körperliche und motorische Leistungsfähigkeit immer weiter ab. Eine tickende Zeitbombe – auch für das deutsche Gesundheitssystem, denn die übergewichtigen Kinder von heute sind die Patienten von morgen.
Laut WHO steigt die Zahl der Adipösen besonders in Arbeiter- und bildungsfernen Schichten. So sollen Menschen mit niedrigerem Einkommen deutlich mehr Fleisch, Fett und Zucker zu sich nehmen als Menschen mit einem hohen Bildungsniveau. Dieser Trend soll sich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken.

Doch wie kann man Adipositas entgegenwirken? Zum einen durch konsequente Aufklärung – am besten schon im Grundschulalter. Gesunde Ernährung als Schulfach und eine aktive Freizeitgestaltung mit viel Bewegung. Derzeit ist der Sport das Schulfach, das am häufigsten ausfällt. Dabei empfiehlt die WHO mindestens 30 Minuten moderate körperliche Bewegung an den meisten Wochentagen. Das heißt: Weniger Playstation, mehr Sport!